In einen anderen Mann verliebt: Und eigentlich bist du doch glücklich.
Zumindest hast du das bisher geglaubt.
Du hast einen Partner, mit dem du dein Leben teilst. Ihr kennt euch gut, habt gemeinsame Erinnerungen und vielleicht sogar Pläne für die nächsten Jahre.
Und dann passiert etwas, womit du überhaupt nicht gerechnet hast.
Du lernst einen anderen Mann kennen.
Vielleicht ist es ein Kollege.
Ein alter Bekannter.
Oder jemand, dem du zufällig begegnest.
Zunächst denkst du dir nichts dabei.
Ihr unterhaltet euch.
Lacht miteinander.
Vielleicht schickt er dir irgendwann eine Nachricht.
Und plötzlich merkst du, dass du dich darauf freust.
Ein bisschen zu sehr.
Du schaust häufiger auf dein Handy.
Du überlegst, was du beim nächsten Treffen anziehen könntest.
Und irgendwann erwischst du dich dabei, wie du morgens aufwachst und sofort an ihn denkst.
Du hast dich verliebt. Obwohl du bereits in einer Beziehung bist.
Vielleicht ist dein erster Gedanke:
Das darf doch nicht wahr sein.
Du liebst deinen Partner.
Du möchtest ihn nicht verletzen.
Du hast überhaupt nicht vorgehabt, dich auf einen anderen Mann einzulassen.
Und trotzdem ist dieses Kribbeln da.
Dieses aufregende Gefühl, das du vielleicht schon lange nicht mehr erlebt hast.
Du fühlst dich lebendig.
Begehrt.
Vielleicht sogar ein bisschen wie früher.
Aber gleichzeitig meldet sich dein schlechtes Gewissen.
Bin ich eine schlechte Partnerin, weil ich mich in einen anderen Mann verliebt habe?
Muss ich meine Beziehung beenden?
Soll ich die Gefühle unterdrücken?
Oder bedeutet diese Verliebtheit vielleicht, dass in meiner Partnerschaft etwas fehlt?
Vielleicht stellst du dir diese Fragen jeden Tag.
Und je mehr du darüber nachdenkst, desto verwirrender wird alles.
Ich möchte dir zunächst einen Gedanken mitgeben:
Du kannst Gefühle entwickeln, ohne sie bewusst gewählt zu haben. Aber du kannst entscheiden, wie du mit ihnen umgehst.
Genau darum geht es in meinem Hörbuch „Gefühlschaos: Verliebt trotz Partnerschaft – Psychologie Verliebtheit: Bedürfnisse erkennen lernen“.
Denn manchmal brauchen wir nicht sofort eine Entscheidung.
Sondern zunächst ein besseres Verständnis für das, was in uns passiert.
Kann man sich trotz glücklicher Beziehung in jemand anderen verlieben?
Ja. Auch Menschen in glücklichen, liebevollen und grundsätzlich erfüllenden Partnerschaften können sich in eine andere Person verlieben. Das bedeutet nicht automatisch, dass die bestehende Liebe verschwunden ist oder die Beziehung beendet werden muss.
Verliebtheit lässt sich nicht vollständig kontrollieren.
Du kannst jemandem begegnen, der dich fasziniert.
Vielleicht gefällt dir seine Art.
Sein Humor.
Seine Aufmerksamkeit.
Oder einfach das Gefühl, das in seiner Nähe entsteht.
Vielleicht merkst du erst nach einiger Zeit, dass aus Sympathie mehr geworden ist.
Das kann selbst dann passieren, wenn du deinen Partner weiterhin liebst.
Denn romantische Gefühle sind nicht immer so eindeutig, wie wir es gerne hätten.
Allerdings ist es wichtig, zwischen dem Entstehen von Gefühlen und dem bewussten Vertiefen einer Verbindung zu unterscheiden.
Du bist nicht für jeden spontanen Gedanken verantwortlich. Aber du trägst Verantwortung dafür, welche Grenzen du setzt und welche Entscheidungen du triffst.
Warum verliebt man sich in einen anderen Mann, obwohl man vergeben ist?
Vielleicht suchst du verzweifelt nach einer Erklärung.
Warum ausgerechnet jetzt?
Warum dieser Mann?
Und warum, obwohl du bereits einen Partner hast?
Es gibt unterschiedliche mögliche Gründe.
Manchmal entsteht Verliebtheit einfach durch Anziehung und häufigen Kontakt.
Manchmal spielt eine besondere Lebensphase eine Rolle.
Vielleicht hast du gerade viel Stress.
Vielleicht fühlst du dich im Alltag wenig wahrgenommen.
Oder du bist dabei, dich persönlich zu verändern.
Auch neue Erfahrungen und das Gefühl, von jemandem aufmerksam betrachtet zu werden, können eine starke Wirkung haben.
Aber Vorsicht:
Nicht jede Fremdverliebtheit ist ein versteckter Hilferuf deiner Beziehung.
Und nicht jeder neue Mann verkörpert automatisch etwas, das deinem Partner fehlt.
Manchmal ist Verliebtheit einfach Verliebtheit – und nicht die Antwort auf eine tiefere Lebensfrage.
Trotzdem kann es hilfreich sein, deine Gefühle genauer zu betrachten.
Die Psychologie der Verliebtheit: Warum fühlt sich alles so intensiv an?
Vielleicht kennst du das Gefühl.
Du bekommst eine Nachricht von ihm.
Und sofort verändert sich deine Stimmung.
Du lächelst.
Dein Herz schlägt schneller.
Du kannst dich kaum auf etwas anderes konzentrieren.
Warum hat ein Mensch, den du vielleicht erst seit wenigen Wochen kennst, plötzlich so viel Einfluss auf deine Gedanken?
Verliebtheit geht mit Veränderungen in Aufmerksamkeit, Motivation und Belohnungsverarbeitung einher.
Neue, emotional bedeutsame Begegnungen können besonders aufregend wirken.
Vielleicht weißt du noch gar nicht, ob er deine Gefühle erwidert.
Gerade diese Unsicherheit kann dazu beitragen, dass du besonders häufig an ihn denkst.
Du wartest auf Zeichen.
Interpretierst seine Nachrichten.
Und stellst dir mögliche gemeinsame Situationen vor.
Dein Gehirn beschäftigt sich intensiv mit dieser neuen Person.
Das bedeutet aber nicht automatisch, dass du deine große Liebe gefunden hast.
Die Intensität einer Verliebtheit sagt noch wenig darüber aus, wie gut zwei Menschen langfristig zusammenpassen.
Bin ich wirklich verliebt oder genieße ich nur seine Aufmerksamkeit?
Vielleicht fühlst du dich in seiner Nähe besonders attraktiv.
Er hört dir zu.
Fragt nach deiner Meinung.
Interessiert sich für deine Gedanken.
Vielleicht macht er dir Komplimente, die du schon lange nicht mehr gehört hast.
Und plötzlich merkst du, wie gut dir das tut.
Dann lohnt sich eine Frage:
Bin ich in diesen Mann verliebt – oder in das Gefühl, das er in mir auslöst?
Das ist nicht immer leicht zu unterscheiden.
Vielleicht kennst du ihn bisher nur aus angenehmen Situationen.
Ihr habt keine gemeinsamen Rechnungen.
Keine Haushaltsdiskussionen.
Keine müden Montagmorgen.
Ihr müsst keine schwierigen Entscheidungen über Geld, Familie oder Zukunft treffen.
Vielleicht erlebt ihr vor allem die aufregenden Seiten des Kennenlernens.
Deinen Partner dagegen kennst du mit all seinen Stärken und Schwächen.
Das ist kein fairer Vergleich.
Ein neuer Mensch erscheint oft besonders faszinierend, solange der gemeinsame Alltag noch fehlt.
Fremdverliebt: Was tun, wenn du ständig an ihn denken musst?
Vielleicht hast du versucht, ihn aus deinen Gedanken zu verbannen.
Du sagst dir:
Hör endlich auf, an diesen Mann zu denken.
Aber es funktioniert nicht.
Im Gegenteil.
Je mehr du versuchst, deine Gefühle zu unterdrücken, desto präsenter werden sie möglicherweise.
Dann hilft es manchmal, nicht sofort gegen jeden Gedanken anzukämpfen.
Du kannst zunächst anerkennen:
Ja, ich habe Gefühle entwickelt.
Ja, das verwirrt mich.
Und nein, ich muss deshalb heute noch keine Entscheidung treffen.
Versuche, zwischen Gefühl und Handlung zu unterscheiden.
Du kannst verliebt sein, ohne eine Affäre zu beginnen.
Du kannst Sehnsucht empfinden, ohne jede Nachricht sofort zu beantworten.
Und du kannst einen Menschen attraktiv finden, ohne deine bestehende Beziehung aufzugeben.
Gefühle verdienen Aufmerksamkeit. Aber sie müssen nicht automatisch die Richtung deines Handelns bestimmen.
In einen Kollegen verliebt trotz Beziehung: Warum das besonders schwierig sein kann
Vielleicht ist der andere Mann ein Arbeitskollege.
Ihr seht euch fast täglich.
Arbeitet gemeinsam an Projekten.
Verbringt die Mittagspause miteinander.
Und irgendwann entsteht eine besondere Vertrautheit.
Vielleicht freut ihr euch aufeinander.
Ihr habt Insiderwitze.
Schreibt euch auch nach Feierabend.
Und plötzlich merkst du, dass du ihn vermisst, wenn er im Urlaub ist.
Das kann kompliziert werden.
Denn anders als bei einer zufälligen Bekanntschaft lässt sich der Kontakt nicht immer einfach vermeiden.
Vielleicht musst du weiterhin mit ihm zusammenarbeiten.
Dann kann es sinnvoll sein, klare persönliche Grenzen zu setzen.
Zum Beispiel, private Nachrichten zu reduzieren.
Keine bewusst zweideutigen Situationen entstehen zu lassen.
Oder Gespräche, die zunehmend romantisch werden, wieder auf eine professionelle Ebene zu bringen.
Nicht, weil deine Gefühle verboten wären.
Sondern weil du selbst entscheiden darfst, ob du diese Verbindung weiter vertiefen möchtest.
Emotionale Affäre oder harmlose Schwärmerei: Wo liegt die Grenze?
Vielleicht sagst du dir:
Wir haben uns doch noch nicht einmal geküsst.
Aber vielleicht schreibt ihr euch täglich.
Ihr erzählt einander intime Dinge.
Du freust dich mehr auf seine Nachrichten als auf Gespräche mit deinem Partner.
Vielleicht verheimlichst du eure Kontakte.
Oder löschst Nachrichten, damit dein Partner sie nicht sieht.
Dann kann sich die Frage stellen, ob aus der Verliebtheit bereits eine emotionale Affäre geworden ist.
Eine emotionale Affäre wird häufig als eine intensive romantisch oder intim geprägte Verbindung außerhalb der Partnerschaft verstanden, die bestehende Beziehungsvereinbarungen verletzt.
Wo die Grenze verläuft, hängt auch von euren gemeinsamen Vorstellungen ab.
Eine enge Freundschaft ist nicht automatisch Untreue.
Aber bewusstes Verheimlichen, romantische Annäherung und wiederholte Grenzüberschreitungen können das Vertrauen belasten.
Nicht erst körperlicher Kontakt kann eine Beziehung verletzen. Auch Heimlichkeit und emotionale Exklusivität können bedeutsam sein.
Ist Fremdverliebtheit schon Fremdgehen?
Nicht automatisch.
Sich in jemanden zu verlieben, ist zunächst ein emotionales Erleben.
Fremdgehen bezieht sich dagegen auf Handlungen, die eure vereinbarten Grenzen verletzen.
Vielleicht habt ihr eine monogame Beziehung.
Dann ist wichtig, welche Erwartungen ihr an romantische und sexuelle Exklusivität habt.
Vielleicht wäre ein harmloser Flirt für euch beide in Ordnung.
Vielleicht empfindet einer von euch bereits heimliche romantische Nachrichten als Vertrauensbruch.
Solche Unterschiede sollten möglichst offen besprochen werden.
Du musst dich nicht für das bloße Auftauchen eines Gefühls verurteilen.
Aber du solltest ehrlich prüfen, ob dein Verhalten noch mit deinen eigenen Werten und euren Vereinbarungen übereinstimmt.
Was sagt die neue Verliebtheit über deine bestehende Beziehung aus?
Vielleicht fragst du dich:
Wenn ich mich in einen anderen Mann verlieben konnte, kann ich meinen Partner dann überhaupt noch lieben?
Vielleicht lautet die Antwort ja.
Vielleicht aber auch nicht mehr in derselben Weise wie früher.
Das kannst nur du selbst herausfinden.
Manchmal macht eine neue Verliebtheit sichtbar, dass bestimmte Bedürfnisse lange zu kurz gekommen sind.
Vielleicht vermisst du Zärtlichkeit.
Aufmerksamkeit.
Gemeinsame Abenteuer.
Oder das Gefühl, als eigenständige Frau wahrgenommen zu werden.
Vielleicht stellst du aber auch fest, dass deine Beziehung grundsätzlich gut ist.
Und dass die neue Verliebtheit vor allem von Neuheit, Anziehung und Fantasie lebt.
Die Gefühle für einen anderen Mann können Anlass zur Selbstreflexion sein. Sie sind aber kein eindeutiges Urteil über deine bestehende Partnerschaft.
Übung 1: Was genau fasziniert mich an ihm?
Nimm dir ein Blatt Papier und beantworte diese Fragen.
Was finde ich an diesem Mann besonders attraktiv?
Welche Gefühle erlebe ich in seiner Nähe?
Was weiß ich tatsächlich über ihn – und was stelle ich mir nur vor?
Welche Seiten von mir kommen in seiner Nähe zum Vorschein?
Welche dieser Gefühle oder Erfahrungen fehlen mir möglicherweise in meinem Alltag?
Vielleicht stellst du fest, dass dich sein Humor begeistert.
Oder seine Aufmerksamkeit.
Vielleicht fühlst du dich bei ihm selbstbewusster.
Vielleicht gefällt dir auch einfach die Vorstellung eines Neuanfangs.
Diese Erkenntnisse können wertvoll sein.
Denn manchmal entdecken wir durch eine neue Begegnung etwas über unsere eigenen Bedürfnisse.
Ohne dass daraus zwangsläufig eine neue Beziehung entstehen muss.
Sollte ich meinem Partner sagen, dass ich in einen anderen Mann verliebt bin?
Das ist eine schwierige Frage.
Vielleicht möchtest du ehrlich sein.
Aber du hast Angst, ihn zu verletzen.
Vielleicht befürchtest du, dass er sofort die Beziehung beendet.
Oder dass er dich künftig kontrollieren möchte.
Es gibt keine Antwort, die für jede Partnerschaft passt.
Wichtig ist, zwischen einem flüchtigen Gefühl und einer bereits vertieften romantischen Verbindung zu unterscheiden.
Vielleicht ist es nur eine kurze Schwärmerei, die du selbst einordnen möchtest.
Vielleicht habt ihr aber bereits intime Nachrichten ausgetauscht oder Grenzen überschritten.
Dann kann ein ehrliches Gespräch besonders wichtig sein.
Bevor du mit deinem Partner sprichst, frage dich:
Was möchte ich mit diesem Gespräch erreichen?
Welche Informationen sind für seine eigenen Entscheidungen wichtig?
Und bin ich bereit, auch seine Gefühle ernst zu nehmen?
Ehrlichkeit sollte nicht nur dazu dienen, das eigene schlechte Gewissen loszuwerden. Sie sollte auch die Selbstbestimmung des Partners respektieren.
Was tun, wenn der andere Mann ebenfalls verliebt ist?
Vielleicht hat er dir seine Gefühle gestanden.
Jetzt weißt du, dass deine Verliebtheit erwidert wird.
Und plötzlich scheint alles möglich.
Vielleicht möchte er dich treffen.
Vielleicht schlägt er vor, eure Beziehung geheim zu halten.
Oder er sagt, dass er auf dich warten würde.
Dann wird aus einer inneren Fantasie eine konkrete Entscheidungssituation.
Vielleicht möchtest du zunächst Abstand gewinnen.
Vielleicht musst du dir darüber klar werden, was du von deiner bestehenden Beziehung möchtest.
Wichtig ist, dass du nicht allein aus dem Gefühl der Aufregung heraus handelst.
Denn auch der andere Mann ist ein Mensch mit eigenen Erwartungen.
Und dein Partner verdient es, nicht dauerhaft im Unklaren über wesentliche Veränderungen eurer Beziehung gehalten zu werden.
Je mehr Menschen emotional beteiligt sind, desto wichtiger werden klare Entscheidungen und ehrliche Grenzen.
Soll ich meine Beziehung wegen eines anderen Mannes beenden?
Vielleicht stellst du dir diese Frage jeden Tag.
Du liebst deinen Partner.
Aber du hast Gefühle für einen anderen Mann.
Und du weißt nicht, ob du bleiben oder gehen sollst.
Dann kann es helfen, deine bestehende Beziehung zunächst unabhängig von der neuen Verliebtheit zu betrachten.
Stell dir vor, der andere Mann wäre morgen nicht mehr verfügbar.
Würdest du deine Partnerschaft trotzdem infrage stellen?
Würdest du weiterhin unglücklich sein?
Oder würdest du dir wünschen, wieder mehr Nähe zu deinem Partner aufzubauen?
Diese Fragen können helfen, deine Entscheidung nicht ausschließlich von der neuen Person abhängig zu machen.
Denn eine Trennung sollte möglichst auf einer bewussten Einschätzung deiner Beziehung beruhen.
Nicht nur auf der Hoffnung, dass mit einem neuen Mann automatisch alles besser wird.
Übung 2: Die Beziehung ohne den anderen Mann betrachten
Beantworte diese fünf Fragen möglichst ehrlich.
1. Bin ich in meiner aktuellen Beziehung grundsätzlich zufrieden?
2. Welche Probleme gab es bereits, bevor ich den anderen Mann kennengelernt habe?
3. Welche schönen und wertvollen Seiten hat unsere Partnerschaft weiterhin?
4. Welche Veränderungen wünsche ich mir unabhängig von der neuen Verliebtheit?
5. Würde ich an unserer Beziehung arbeiten wollen, wenn der andere Mann keine Rolle spielen würde?
Vielleicht erkennst du dadurch, dass du deine Beziehung tatsächlich verändern möchtest.
Vielleicht aber auch, dass du innerlich schon länger auf Abstand gegangen bist.
Beides verdient Aufmerksamkeit.
Warum sich der neue Mann manchmal wie die große Liebe anfühlt
Vielleicht bist du überzeugt:
So intensiv habe ich mich noch nie verliebt.
Er versteht dich.
Er sieht dich.
Er scheint genau zu wissen, was du brauchst.
Vielleicht fühlt sich eure Verbindung außergewöhnlich an.
Aber starke Gefühle sind noch kein Beweis für langfristige Kompatibilität.
Vielleicht kennt ihr bisher vor allem eure besten Seiten.
Vielleicht projizierst du Hoffnungen auf ihn.
Oder du erlebst durch die neue Beziehung eine Form von Aufmerksamkeit, die du lange vermisst hast.
Das bedeutet nicht, dass deine Gefühle unecht sind.
Aber es bedeutet, dass du noch nicht alle Seiten dieses Menschen kennst.
Verliebtheit kann ein wunderbarer Anfang sein. Sie ersetzt jedoch nicht das Kennenlernen im Alltag.
Was tun, wenn ich meinen Partner und den anderen Mann liebe?
Vielleicht hast du nicht nur eine Schwärmerei entwickelt.
Vielleicht empfindest du für beide Männer echte Zuneigung.
Dein Partner steht für Vertrautheit.
Gemeinsame Geschichte.
Sicherheit.
Der andere Mann für neue Gefühle.
Leidenschaft.
Vielleicht auch eine andere Vorstellung von Zukunft.
Dann kann es sein, dass du dich zwischen zwei Lebensentwürfen hin- und hergerissen fühlst.
Du musst nicht sofort behaupten, dass eine dieser beiden Lieben falsch ist.
Aber du solltest klären, welche Art von Beziehung du tatsächlich führen möchtest.
Vielleicht möchtest du monogam leben und dich für einen Partner entscheiden.
Vielleicht interessierst du dich für konsensuelle Nicht-Monogamie.
Dann müssten allerdings alle Beteiligten freiwillig zustimmen.
Mehrere Menschen lieben zu können bedeutet nicht automatisch, dass du mehrere Beziehungen ohne gemeinsame Vereinbarungen führen kannst.
Fremdverliebt nach vielen Ehejahren: Ist das eine Midlife-Crisis?
Vielleicht bist du seit zwanzig oder dreißig Jahren verheiratet.
Ihr habt Kinder großgezogen.
Gemeinsam Schwierigkeiten überstanden.
Und plötzlich verliebst du dich in einen anderen Mann.
Vielleicht bist du selbst überrascht.
Du dachtest, solche Gefühle gehörten längst der Vergangenheit an.
Aber Verliebtheit kennt keine feste Altersgrenze.
Vielleicht befindest du dich in einer Lebensphase, in der du stärker über deine eigenen Wünsche nachdenkst.
Vielleicht verändern sich deine Prioritäten.
Oder du möchtest noch einmal etwas Neues erleben.
Das muss nicht automatisch eine Midlife-Crisis sein.
Und es bedeutet auch nicht, dass deine langjährige Beziehung wertlos geworden ist.
Vielleicht ist es einfach ein Anlass, dein Leben bewusster zu betrachten.
Auch nach vielen gemeinsamen Jahren darfst du dich fragen, wer du heute bist und was du dir für deine Zukunft wünschst.
Wie kann ich die Gefühle für den anderen Mann loslassen?
Vielleicht hast du erkannt, dass du deine bestehende Beziehung fortsetzen möchtest.
Du liebst deinen Partner.
Und du möchtest die Verbindung zu dem anderen Mann nicht weiter vertiefen.
Aber deine Gefühle verschwinden nicht sofort.
Dann kann es helfen, bewusste Grenzen zu setzen.
Vielleicht reduzierst du private Nachrichten.
Vermeidest Situationen, in denen ihr euch bewusst romantisch annähert.
Oder legst eine Kontaktpause ein, soweit das praktisch möglich ist.
Gleichzeitig kannst du dich wieder stärker deinem eigenen Leben zuwenden.
Freundschaften.
Hobbys.
Persönliche Ziele.
Und vielleicht auch deiner Partnerschaft.
Wichtig ist, dass du nicht erwartest, nach einer Entscheidung sofort nichts mehr zu fühlen.
Loslassen bedeutet nicht, Gefühle auf Knopfdruck abzuschalten. Sondern Entscheidungen zu treffen, die nicht ständig neue Hoffnung und Sehnsucht erzeugen.
Was tun, wenn ich den anderen Mann nicht vergessen kann?
Vielleicht hast du den Kontakt bereits beendet.
Aber du denkst weiterhin an ihn.
Du erinnerst dich an Gespräche.
An Blicke.
An bestimmte Momente.
Vielleicht fragst du dich, ob du eine große Chance verpasst hast.
Dann kann es hilfreich sein, deine Erinnerungen genauer zu betrachten.
Was vermisst du wirklich?
Den Menschen?
Die Aufmerksamkeit?
Die Aufregung?
Oder die Vorstellung eines anderen Lebens?
Vielleicht trauerst du um eine Möglichkeit, die nie vollständig Realität geworden ist.
Auch das kann schmerzhaft sein.
Aber du musst daraus nicht ableiten, dass deine Entscheidung falsch war.
Übung 3: Fantasie und Realität unterscheiden
Teile ein Blatt Papier in zwei Spalten.
Über die erste schreibst du:
Das weiß ich über ihn.
Über die zweite:
Das stelle ich mir mit ihm vor.
Vielleicht weißt du, dass er aufmerksam ist.
Aber du stellst dir vor, dass er auch nach zehn gemeinsamen Jahren genauso aufmerksam wäre.
Vielleicht weißt du, dass ihr euch körperlich anziehend findet.
Aber du stellst dir vor, dass eure gesamte Partnerschaft harmonischer wäre als deine jetzige.
Diese Unterscheidung kann helfen, deine Gefühle realistischer einzuordnen.
Denn manchmal verlieben wir uns nicht nur in einen Menschen.
Sondern auch in eine Zukunft, die wir uns mit ihm ausmalen.
Kann eine neue Verliebtheit die bestehende Beziehung sogar stärken?
Manchmal kann eine neue Verliebtheit dazu führen, dass du deine eigenen Bedürfnisse bewusster wahrnimmst.
Vielleicht erkennst du, dass du dir mehr Aufmerksamkeit wünschst.
Mehr gemeinsame Zeit.
Mehr Leidenschaft.
Oder mehr Eigenständigkeit.
Vielleicht sprichst du erstmals offen mit deinem Partner darüber.
Und ihr beginnt, eure Beziehung neu zu gestalten.
Das ist möglich.
Aber eine neue Verliebtheit ist keine notwendige Voraussetzung für persönliche Entwicklung.
Und sie rechtfertigt keine Heimlichkeit oder verletzenden Handlungen.
Die Erkenntnisse, die aus einer schwierigen Situation entstehen, können wertvoll sein. Das bedeutet nicht, dass jede Entscheidung auf dem Weg dorthin richtig war.
Wann sollte ich professionelle Unterstützung suchen?
Vielleicht fühlst du dich seit Wochen völlig überfordert.
Du kannst kaum schlafen.
Deine Gedanken kreisen ununterbrochen.
Du hast Angst, eine falsche Entscheidung zu treffen.
Oder du merkst, dass du immer wieder in ähnliche Beziehungssituationen gerätst.
Dann kann eine psychotherapeutische Beratung hilfreich sein.
Nicht, weil Verliebtheit eine Krankheit wäre.
Sondern weil du möglicherweise Unterstützung brauchst, um deine Gefühle, Bedürfnisse und Beziehungsmuster zu verstehen.
Auch eine Paarberatung kann sinnvoll sein, wenn du mit deinem Partner an eurer Beziehung arbeiten möchtest.
Für wen ist „Gefühlschaos: Verliebt trotz Partnerschaft“ geeignet?
Mein Hörbuch richtet sich besonders an Frauen, die sich trotz bestehender Partnerschaft in einen anderen Mann verliebt haben und ihre Gefühle besser verstehen möchten.
Vielleicht fragst du dich:
- Warum verliebe ich mich in einen anderen Mann, obwohl ich vergeben bin?
- Ist Fremdverliebtheit normal?
- Bin ich meinem Partner bereits untreu, wenn ich Gefühle für jemand anderen habe?
- Warum denke ich ständig an einen Kollegen?
- Sollte ich meinem Partner von meiner Verliebtheit erzählen?
- Wie erkenne ich, ob es echte Liebe oder nur eine Schwärmerei ist?
- Soll ich meine Beziehung wegen eines anderen Mannes beenden?
- Kann ich meinen Partner und einen anderen Mann gleichzeitig lieben?
- Wie kann ich die Gefühle für den anderen Mann loslassen?
- Und wie finde ich heraus, was ich wirklich möchte?
Genau diesen Fragen widmet sich mein Hörbuch „Gefühlschaos: Verliebt trotz Partnerschaft – Psychologie Verliebtheit: Bedürfnisse erkennen lernen“.
Du musst nicht jedem Gefühl folgen, um dich selbst ernst zu nehmen 💛
Vielleicht bist du gerade mitten in diesem Gefühlschaos.
Du wachst morgens auf und denkst an ihn.
Du freust dich auf seine Nachrichten.
Du stellst dir vor, wie es wäre, mit ihm zusammen zu sein.
Und gleichzeitig sitzt dein Partner neben dir auf dem Sofa.
Ein Mensch, mit dem du so viel erlebt hast.
Der dich kennt.
Der dir vertraut.
Vielleicht fühlst du dich, als würdest du zwischen zwei Welten stehen.
Auf der einen Seite deine vertraute Beziehung.
Auf der anderen eine neue Möglichkeit.
Und dazwischen du.
Mit deinen Wünschen.
Deinen Ängsten.
Deinen Hoffnungen.
Vielleicht möchtest du sofort wissen, welcher Weg der richtige ist.
Aber vielleicht brauchst du zunächst etwas anderes.
Zeit.
Abstand.
Und die Bereitschaft, ehrlich zu dir selbst zu sein.
Nicht jeder intensive Gedanke ist eine Entscheidung.
Nicht jedes Kribbeln ein Zeichen für die große Liebe.
Und nicht jede Verliebtheit bedeutet, dass deine bestehende Beziehung keine Zukunft mehr hat.
Vielleicht entdeckst du, dass du deinen Partner weiterhin liebst.
Und dass du eure Beziehung bewusster gestalten möchtest.
Vielleicht erkennst du aber auch, dass du schon lange nicht mehr glücklich bist.
Und dass es Zeit ist, dich mit einer möglichen Trennung auseinanderzusetzen.
Vielleicht stellst du fest, dass der andere Mann gar nicht so gut zu dir passt, wie du zunächst geglaubt hast.
Oder dass deine Gefühle tatsächlich tief und beständig sind.
All diese Erkenntnisse brauchen manchmal Zeit.
Aber eines ist wichtig:
Du musst deine Gefühle nicht verurteilen. Du solltest jedoch Verantwortung für deine Entscheidungen übernehmen.
Denn andere Menschen sind von deinem Handeln betroffen.
Dein Partner.
Vielleicht der andere Mann.
Und natürlich du selbst.
Vielleicht möchtest du niemanden verletzen.
Das ist verständlich.
Aber manchmal lassen sich schwierige Gefühle und Enttäuschungen nicht vollständig vermeiden.
Dann kommt es darauf an, wie ehrlich und respektvoll du mit der Situation umgehst.
Vielleicht bedeutet das, Abstand zu dem anderen Mann zu schaffen.
Vielleicht ein schwieriges Gespräch mit deinem Partner zu führen.
Vielleicht eine Beziehung zu beenden.
Oder zunächst einmal bewusst keine Entscheidung zu überstürzen.
Du darfst dir Zeit nehmen.
Aber du solltest nicht dauerhaft in einer Situation bleiben, in der du wichtige Entscheidungen immer wieder aufschiebst und dadurch andere Menschen im Unklaren lässt.
Vielleicht ist die entscheidende Frage deshalb gar nicht:
„Welchen Mann soll ich wählen?“
Sondern:
„Welche Art von Leben und Beziehung möchte ich führen – und welche Entscheidungen passen zu meinen Werten?“
Vielleicht verändert diese Frage deinen Blick.
Denn plötzlich geht es nicht mehr nur um zwei Männer.
Sondern um dich.
Um deine Bedürfnisse.
Deine Grenzen.
Deine Zukunft.
Und um die Frau, die du sein möchtest.
Vielleicht wirst du eines Tages auf diese Zeit zurückblicken und erkennen, dass sie dich etwas Wichtiges gelehrt hat.
Über Liebe.
Über Verliebtheit.
Über Verantwortung.
Und über dich selbst.
Vielleicht wirst du dann verstehen, dass nicht jedes Gefühl eine Aufforderung ist, ihm zu folgen.
Manchmal ist es einfach eine Einladung, genauer hinzuschauen.
Du darfst dich verlieben. Aber du darfst auch bewusst entscheiden, was du daraus machst. 💛
Alles Liebe
Miranda Frei



